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Bewerbungstipps
Im Folgenden finden Sie einige interessante Tipps rund um die Bewerbung für einen neuen Job, ein Praktikum oder Ähnliches.

Die Bewerbung
Das Anschreiben ist wichtig, aber nicht entscheidend. In vielen Ratgebern wird es zu Unrecht überbewertet. Wesentlich für die Beurteilung ist Ihr Lebenslauf. Das Anschreiben gilt als Einleitung und als Stimmungsmacher. Diese Chance sollten Sie nutzen. Machen Sie Stimmung für sich!

Bevor Sie sich mit Formulierungen des Anschreibens auseinandersetzen, nehmen Sie sich den Text der Anzeige unter die Lupe. Lesen Sie ihn mehrmals durch. Versetzen Sie sich in die Situation des Verfassers. Notieren Sie für sich:

Welche Tätigkeiten/Fähigkeiten/Erfahrungen werden genau verlangt?
  • Was scheint dem Verfasser besonders wichtig zu sein?
  • Welche Rückschlüsse lassen sich aus den Formulierungen im Text auf den von Ihnen zu wählenden Briefstil ziehen?
  • Gliedern Sie Ihr Anschreiben in drei Bereiche (ohne diese Gliederung im Schreiben hervorzuheben):

  • 1. Ihre Qualifikation in Bezug auf die Tätigkeit
    Gehen Sie auf die Anzeige ein und erläutern Sie, mit welchen Ihrer Fähigkeiten und Erfahrungen die im Anzeigentext dargestellten Aufgaben bewältigt werden. Finden Sie mehrere Ansätze dazu. Beschreiben Sie sich mit konkreten Beispielen aus Ihrer Berufspraxis/Ihrem Ausbildungsschwerpunkt.


  • 2. Ihre Motivation genau diese Aufgabe zu übernehmen
    Gehen Sie darauf ein, was Sie an dieser speziellen Aufgabe interessiert. Schreiben Sie ruhig, wenn es den Tatsachen entspricht, was Sie an dem Unternehmen oder den Produkten des Unternehmens begeistert: "Ich wollte schon als Jugendlicher immer mit Lastwagen zu tun haben"; "Für die ABC-Firma zu arbeiten, übt einen ganz besonderen Reiz auf mich aus". Wenn Sie eine ungekündigte Stellung verlassen wollen, erklären Sie die Motivation dafür:


  • " ... gibt es für mich keine Chancen mich beruflich weiterzuentwickeln...",
  • "...die Einstellung der hauseigenen Produktion verkleinert meinen Wirkungsbereich ...",
  • "... sehe ich nach Abschluss meiner Aufgabe als Projektleiter keine weiteren ...".


  • 3. Die nächsten Schritte
    Bieten Sie an, Ihre Qualifikation bei einem persönlichen Gespräch zu überprüfen. Falls Sie schwer zu erreichen sind, erklären Sie, wann und wie die beste Möglichkeit besteht, mit Ihnen telefonisch Kontakt aufzunehmen. Gehen Sie nach dieser Gliederung vor und beachten Sie zusätzlich: Adressieren Sie Ihr Schreiben an die in der Anzeige genannte Person. Schreibfehler wären hier besonders peinlich. Geben Sie als Betreff an, auf welche Anzeige Sie sich beziehen, wo die Anzeige erschien und wann. Ihr Anschreiben muss auf einer Seite Platz finden! Erwähnen Sie eventuell Ihr Telefonat. Nutzen Sie die daraus gewonnene Information deutlich. Werden Sie nicht voreilig oder gar unverschämt! Keine Formulierungen wie "ABC-Firma und ich passen hervorragend zusammen" oder "meine Fähigkeiten werden Sie sehr schnell zu schätzen wissen.
In manchen Fällen findet sich in der Stellenanzeige eine Formulierung wie "... Ihre aussagekräftige Bewerbung mit Gehaltsvorstellung...". Glücklicherweise ist die Frage nach dem Gehalt immer seltener ein Thema der ersten Kontaktaufnahme. Sollte dennoch die von Ihnen ausgewählte Anzeige diese Aufforderung enthalten, müssen Sie eine Entscheidung treffen:
  • Sie ignorieren die Aufforderung und riskieren aussortiert zu werden.
  • Sie nennen einen Betrag.
  • Sie finden eine Formulierung nach dem Muster: "Bei einem persönlichen Gespräch, in dem ich mehr zur Position und deren Umfeld kennen lernen möchte, kann ich meine fairen Gehaltsvorstellungen klar formulieren".
Niemand kann Ihnen diese Entscheidung abnehmen. Es gibt hier keine Patentlösung.

Die gute Form
Für Ihre schriftliche Bewerbung sollten Sie eine Reihe von Formvorschriften beachten. Hier ist es wichtig, dass Sie auch mit der Gestaltung Ihres Lebenslaufes Ihr Ziel verfolgen: Auffallen - aber positiv!
  • Handschriftliche Bewerbungen sind 'out'. Wenn nicht ausdrücklich danach verlangt wird, nutzen Sie den PC. Wenn ausdrücklich danach verlangt wird, sollten Sie sich überlegen, ob Sie sich beim richtigen Unternehmen bewerben.
  • Nutzen Sie maximal zwei Schrifttypen, besser nur eine. Wählen Sie eine Schrift mit Serifen (z.B. Times Roman). Wenn Sie sich gestalterisch sicher fühlen, können Sie die Überschriften mit einer passenden Schrift ohne Serifen darstellen.
  • Vermeiden Sie Spielereien mit fett/kursiv/unterstrichen. Beschränken Sie sich wenn überhaupt auf eine Hervorhebung.
  • Das linke Viertel bis Drittel der Seite sollte der jeweiligen Zeitangabe vorbehalten sein.
  • Als Fußnote eignen sich Adresse, Telefon, und eventuell Fax. Geben Sie ruhig Ihre E-Mail-Adresse an.
  • Eine zweite Seite sollten Sie nur verwenden, wenn Sie bei mehr als zehn Berufsjahren nicht mit einer Seite auskommen. Eine dritte Seite ist absolut tabu!
  • Wenn Sie zwei Seiten benötigen, achten Sie darauf, dass auch auf der zweiten Seite Ihr Name, Ihre Adresse und Ihre Telefonnummer ersichtlich sind.
  • Verwenden Sie geeignetes Papier guter Qualität. Keine Übertreibungen mit Strukturpapier, koloriertem Papier o.ä.
  • Lassen Sie oben rechts Raum für Ihr Foto.
Lebenslauf
Ihr Lebenslauf ist die erste und oft wesentlichste Unterlage, anhand der ein potentieller neuer Arbeitgeber Sie beurteilt. Bewährt hat sich ein knapper, sachlicher Text, der alle möglichen Fragen zu Ihrem Werdegang klar beantwortet. Für den elektronischen und für den schriftlichen Lebenslauf gilt das gleiche, abgesehen von Gestaltungsfragen. Beachten Sie deshalb diese Checkliste:
  • Gliedern Sie die Bewerbung nach 'Persönliche Daten', 'Ausbildung', 'Beruf'.
    Faustregel: 60% Beruf, 30% Ausbildung, 10% Persönliches. Als Berufsanfänger beachten Sie diese Aufteilung: Ausbildung 80%, Privat 20%.
  • Stellen Sie Ihre Person in den Vordergrund, aber nicht in den Mittelpunkt.
  • Verzichten Sie auf die Auflistung alltäglicher Hobbys (Lesen, Schwimmen, Heimgarten, Fußball, etc.). Wenn Sie Ihre Leidenschaft für Triathlon oder Ihren Sieg beim letzten Wettbewerb im Springreiten angeben, denn müssen Sie sich im Klaren sein, dass Sie hier ein deutliches Signal setzen: Ich bin freizeitorientiert.
  • Nennen Sie Ihr Geburtsdatum, und -ort sowie Ihren Familienstand zuerst.
  • Wenn Sie Kinder haben, geben Sie sie mit Geschlecht und Alter an, z.B. "Zwei Töchter (3 und 7 Jahre), ein Sohn (5)".
  • Verzichten Sie auf Geburtsnamen, Hochzeitsdatum, Namen der Kinder, etc.
  • In einer modernen Bewerbung haben Namen und Beruf Ihrer Eltern ebenfalls nichts zu suchen.
  • Bei mehr als zehn Jahren Berufspraxis sollten Sie nur den letzten abgeschlossenen Ausbildungsschritt aufführen, ansonsten alle Schritte inkl. Grundschule.
  • Nennen Sie Art der Schule/des Institutes, den Abschluss und beim letzten Abschluss die Abschlussbewertung.
  • Bundeswehr bzw. Zivildienst auch mit Datum, Ort, Aufgabe und eventuell Waffengattung und letztem Dienstgrad angeben.
  • Fortbildungsmaßnahmen nicht übertrieben darstellen. Führen Sie nur die wirklich relevanten Nachweise auf, z.B. "IHK-Zulassung zum betrieblichen Ausbilder". Lassen Sie Ausbildungsnachweise für ungenannt vorausgesetzte Fähigkeiten komplett weg. Urkunden "Einführung in Windows" oder "Elektronische Textverarbeitung" wirken eher komisch.
  • Berufliche Schritte klar darstellen: Firma, Ort, Aufgabe, Verantwortung, eventuell auch Umsatzverantwortung/Budget, Mitarbeiter, Ergebnisse.
  • Änderungen der Position innerhalb derselben Firma nicht in der linken Spalte zeitlich herausstellen.
  • Achten Sie darauf, dass keine ungeklärten Lücken im Zeitablauf sind. Auch einzelne Monate ohne Beschäftigung sollten klar sein, z.B. "November 1991 Aufenthalt in USA" oder "Juni 1987 arbeitslos".
  • Klar, dass die Bewerbung, also auch der Lebenslauf in der gleichen Sprache verfasst wird wie die Stellenanzeige. In einer deutschen Bewerbung hat z.B. ein englischsprachiges "c.v." bzw. "curriculum vitae" nichts zu suchen. Wenn Sie vermuten, dass ein internationales Gremium Ihre Bewerbung prüfen wird, fragen Sie per Telefon, ob ein englischer Lebenslauf hilfreich ist.
Wenn dieser Wert unter 2 Jahren liegt oder Sie insgesamt mehr als 8 Arbeitgeber hatten, besteht die Gefahr dass sie schon sehr früh im Selektionsprozess aussortiert werden.

Um dies zu vermeiden, erläutern Sie besondere Gründe für die Beendigung des vorherigen Arbeitsverhältnisses. Vom Unternehmen begründete Schritte (Konkurs, Umzug in eine andere Stadt, etc.) können Sie im Lebenslauf bei der Tätigkeit angeben. Persönliche Gründe für einen Wechsel, wie z.B. Heirat, Scheidung oder Todesfall in der Familie erwähnen Sie besser im Anschreiben.

Ein Bild sagt mehr
  • Vergessen Sie private Fotos und Passbildautomaten!
  • Nutzen Sie die Erfahrung eines Berufsfotografen. Diese ca. EUR 35,00 sind bestens angelegt.
  • Kleiden Sie sich für das Foto, so wie Sie sich für das Bewerbungsgespräch kleiden würden: Seriös aber nicht übertrieben förmlich.
  • Lassen Sie mehrere verschiedene Aufnahmen machen: Unterschiedlicher Hintergrund, Lichtvarianten, von links und von rechts, ernstes und fröhliches Gesicht, in Farbe und schwarz/weiß. Wählen Sie später mit Hilfe des Fotografen ein oder zwei geeignete Aufnahmen aus, die Sie dann für die Bewerbungen verwenden. Bei guten Fotografen bezahlen Sie nur die Aufnahmen, die Sie auch kaufen und das Negativ verwahrt der Fotograf für spätere weitere Abzüge.
  • Das Format des Fotos sagt auch etwas über Sie aus. 4x6 cm wirkt weniger aufdringlich als 6x9 cm. Größer oder kleiner als diese Maße sollte Ihr Foto nicht sein.
  • Kleben Sie Ihr Foto oben rechts auf Ihren Lebenslauf. Ein Klebestift hat sich hier bewährt. Vermeiden Sie Briefklammern, weil Ihr Foto so auf dem Versandweg zerkratzt oder lose im Umschlag ankommen könnte. Eine Befestigung mit Heftklammern oder "Tackern" wäre schlicht stillos.
Die Anlagen
  • Sind alle Anlagen komplett? Haben Sie Zeugnisse oder andere Belege für alle aufgelisteten Tätigkeiten?
  • Das Zeugnis mit dem jüngsten Datum folgt dem Lebenslauf, das Älteste zum Schluss.
  • Sparen Sie nicht bei der Qualität der Kopien. Wenn Sie Unterlagen verwenden, die Sie eventuell bereits früher versandt hatten, stellen Sie sicher, dass keine Notizen, Kaffeeflecken, etc. darauf sind.
Letzte Tipps
  • Ihre Bewerbung wird nur eine von vielen sein. Sie machen positiv auf sich aufmerksam, wenn Sie auf Effekthascherei verzichten und dafür dem Leser Ihrer Bewerbung seine Aufgabe erleichtern.
  • Ihr Lebenslauf und alle Anlagen werden gelocht und in einem Schnellhefter gebunden. Das Anschreiben wird weder gelocht noch abgeheftet!
  • Verfassen Sie ein Deckblatt, das vor dem Lebenslauf liegt. Auf diesem Deckblatt findet der Leser Ihren Namen, Anschrift, E-Mail-Adresse und die Telefonnummer(n) unter denen Sie erreichbar sind.
  • Wenn es sich um eine Chiffreanzeige handelt oder ein Personalberater annonciert hat, wissen Sie im Vorfeld nicht, wo Ihre Bewerbung letztlich ankommt. Falls Sie bestimmte Empfänger ausschließen möchten, können Sie dies mit sogenannten Sperrvermerken tun. Ihre Bewerbung legen Sie in einen Umschlag, auf dem Sie vermerken, bei welchen Unternehmen Sie sich nicht bewerben möchten. Auf diesen Umschlag notieren Sie ggf. die Chiffre. Dieses Kuvert legen Sie in ein weiteres Kuvert, das Sie an den Verlag bzw. an den Personalberater richten und das nicht die Chiffre trägt, dafür jedoch den Vermerk 'Achtung: Sperrvermerk'. Der Personalberater bzw. der Verlag ist dann verpflichtet, die Bewerbung an Sie zurückzusenden, wenn der Sperrvermerk zum Tragen kommt.
  • Lassen Sie drei Wochen vergehen, bevor Sie sich telefonisch nach dem Verbleib Ihrer Bewerbung erkundigen, wenn Sie noch keine Benachrichtigung erhalten haben.
  • Machen Sie sich klar, dass Sie auch Absagen bekommen werden. Setzen Sie sich Ziele. Schreiben Sie sich auf, wie viele Einladungen Sie pro zehn Bewerbungen erwarten.
© Stellenanzeigen.de


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